Solidarität als moralische Arbeitsteilung PDF

Enkel des Abraham Israel Durkheim, geboren 1766 im heutigen Bad Dürkheim. Nach seinem Abschluss war Durkheim zunächst als Lehrer für Philosophie an Gymnasien tätig. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland in den Jahren 1885 bis solidarität als moralische Arbeitsteilung PDF publizierte er zwei Artikel über seine Stipendienzeit in Berlin und Leipzig. 1902 nahm Durkheim eine Lehrtätigkeit an der Pariser Universität Sorbonne auf, wo er 1906 einen Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft erhielt, der 1913 in Erziehungswissenschaft und Soziologie umbenannt wurde.


Författare: Jörg Löschke.
Was ist Solidarität? Welchen Platz sollte der Begriff in unserem moralischen Vokabular haben? Gibt es eine moralische Pflicht zur Solidarität? Oder ist solidarisches Handeln supererogatorisch – also löblich und gut, ohne von Personen eingefordert werden zu können?
Um diese Fragen zu beantworten, entwickelt dieses Buch ausgehend von den Theorien von Jürgen Habermas, Axel Honneth und Richard Rorty eine Solidaritätsauffassung, in der der Solidaritätsbegriff auf Hilfspflichten verweist, die Mitglieder partikularer Gruppen gegeneinander haben; das Ziel dieser Hilfspflichten besteht in der Beseitigung moralischen Missständen, die die praktischen Identitäten der Gruppenmitglieder betreffen. Dadurch grenzt sich Solidarität von anderen, verwandten Begriffen wie Mitleid, Barmherzigkeit oder Loyalität ab. Begründet wird Solidarität, indem sie als ein Prinzip moralischer Arbeitsteilung aufgefasst wird: Allgemeine Hilfspflichten werden unter bestimmten Akteuren aufgeteilt, um ungerechte Zustände möglichst effizient zu beseitigen. Solidarität verbindet in dieser Auffassung Aspekte von moralischem Universalismus und Partikularismus ebenso wie von Deontologie und Konsequentialismus.

Bereits in seiner ersten, in Latein verfassten und 1892 abgeschlossenen Dissertation setzt sich Durkheim mit Montesquieu und Jean-Jacques Rousseau auseinander. Wie geht es zu, daß das Individuum, obgleich es immer autonomer wird, immer mehr von der Gesellschaft abhängt? Wie kann es zu gleicher Zeit persönlicher und solidarischer sein? Denn es ist unwiderleglich, daß diese beiden Bewegungen, wie gegensätzlich sie auch erscheinen, parallel verlaufen.

Das ist das Problem, das wir uns gestellt haben. Kennzeichen sind daher gemeinsame Anschauungen und Gefühle. Solidarität: Während in vormodernen Gesellschaften die Strukturen leicht durch mechanische Solidarität aufrechterhalten werden konnten, bedarf es in neuerer Zeit einer differenzierteren Form des Zusammenhalts. Diese neue Form ist nach Durkheim die sogenannte organische Solidarität. Durkheim als Gegenposition zum Utilitarismus, namentlich desjenigen Herbert Spencers. Zusammenleben, sondern als Struktur mit eigenem Stellenwert zu betrachten.