Kirchenrecht oder Kirchenordnung? PDF

Christliche Gemeinde ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu der um 1900 in Südnorwegen gegründeten weltweiten christlichen Freikirche siehe Die Christliche Gemeinde. Näheres sollte auf der Diskussionsseite angegeben kirchenrecht oder Kirchenordnung? PDF. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.


Författare: Jan Vries.

Begriff für eine kirchlich verfasste Gemeinde. Organisationsform der Kirchenglieder auf lokaler Ebene. Sie ist die unterste Gliederungsebene der Landeskirchen. Wie Kirchengemeinde in den einzelnen Konfessionen und Denominationen verstanden wird, hängt vom Kirchenverständnis der betreffenden Gruppe ab. Rechtlicher Status, Aufbau und Bezeichnung unterliegen, soweit der Staat den Religionen ein Selbstbestimmungsrecht zugesteht, dem internen Kirchenrecht. Demnach bestehen zwischen den Ländern und Konfessionen, in Deutschland sogar innerhalb der einzelnen evangelischen Landeskirchen, teils erhebliche Unterschiede. Der Begriff der Kirchengemeinde stammt nicht aus dem römisch-katholischen Kirchenrecht.

Vorgeprägt durch den evangelischen Gemeindebegriff entstammt er dem deutschen Staatskirchenrecht des 19. Jahrhunderts und floss so in die Konkordate ein. Er bezeichnet die kirchlich verfasste Ortseinheit. Damit verbunden ist auch die vom preußischen Staat geforderte Einrichtung der Kirchenvorstände im 19. Kirchengemeinde einen staatlich geregelten Status hat.

Die Verfassung der Pfarrei wird nach den Vorgaben des kanonischen Rechts vom Bischof geregelt und kann von Diözese zu Diözese verschieden sein. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil tritt der im evangelischen Bereich übliche Begriff Gemeinde im römisch-katholischen Sprachgebrauch neben oder an die Stelle des Begriffs Pfarrei als Bezeichnung für eine Seelsorgeeinheit auf der untersten Ebene, auch als Pfarr-Gemeinde oder Kirchen-Gemeinde. Gemeinde ist im Zuge der Erneuerung der Kirche nach dem Konzil zu einem zentralen pastoraltheologischen Leitbegriff geworden. Kritik an dem Gemeindebegriff und der Abkehr vom Begriff der Pfarrei wurde in neuerer Zeit laut. Der Pastoraltheologe Herbert Haslinger kritisiert die Selbstbezogenheit der Gemeinde. Oft seien nur die Menschen im Blick, die aktuell versammelt sind, nicht aber die darüber hinaus zur Kirche Gehörenden.