Die PAL-SECAM-Kontroverse in der DDR PDF

Nahaufnahme erkennt man die einzelnen Farben, aus denen die Zahlen zusammengesetzt sind. Austrittslöcher der drei Elektronenstrahlen, die die PAL-SECAM-Kontroverse in der DDR PDF drei Farben ansteuern.


Författare: Gerald Glaubitz.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der sogenannten ,PAL-SECAM-Farbfernsehkontroverse’, deren Politisierung mit der Unterzeichnung des französisch-sowjetischen staatlichen Rahmenabkommens vom März 1965 ihren Höhepunkt erreichte.
Die damals spannende Frage war, für welches Farbfernsehsystem sich die DDR entscheiden würde, für das westdeutsche PAL-System oder das des ,großen Bruders’ (SECAM). Im letzteren Fall befürchteten nicht wenige Beobachter in der Bundesrepublik eine Vertiefung der deutschen Teilung durch farbfernsehtechnisch-kulturelle Separatentwicklung.
Der Autor stellt den langen Prozeß der »Entscheidungsfindung« in der DDR dar, der von der sowjetischen Übernahme SECAMs 1965 bis zur offiziellen Einführung des SECAM-Systems im Rahmen der Eröffnung des 2. Fernsehprogrammes des DFF 1969 immerhin 4 Jahre dauerte.
Die Untersuchung beginnt mit einem technisch-geschichtlichen Abriß der PAL-SECAM-Kontroverse im globalpolitischen Zusammenhang, wobei der Autor die farbfernsehtechnische Entwicklung der DDR in den allgemeinen innenpolitischen und außenpolitischen sowie technikgeschichtlichen Kontext der Geschichte des ostdeutschen Staates, insbesondere der zeitweilig von ökonomischen Reformen geprägten 60er Jahre, stellt. Die sich daran anschließende Betrachtung der Kontroverse im Hauptteil beleuchtet die politische, die ideologische und die technisch-ökonomische Dimension der farbfernsehtechnischen Systemfrage, wobei wesentliche personale Entscheidungsträger (Alexander Abusch, Heinz Adameck) und Institutionen (Rundfunk- und Fernsehtechnisches Zentralamt der Deutschen Post in Adlershof) sowie der Produktionsstandort des ersten DDR-Farbfernsehempfängers in Staßfurt vorgestellt werden.

Helligkeitswerte aufgenommen und wiedergegeben werden, sondern auch die Farben. Fast gleichzeitig mit der Entwicklung des Fernsehens überhaupt experimentierte man auch mit dem Farbfernsehen. Bei den ersten Versuchen wurde entweder mit drei Kanälen gearbeitet, wo jeweils ein Bild in einer der drei Grundfarben übertragen wurde, oder der Übertragung mittels eines Kanals und schnell rotierender Farbfilter vor der Kamera und dem Empfänger. Das Prinzip der Bilderzeugung in einer Farbbildröhre wurde 1938 von Werner Flechsig patentiert. Der Mexikaner Guillermo González Camarena erfand 1940 ein System der Farbbildübermittlung. Farbfernseher blieben trotz der im Vergleich zu Europa wesentlich früheren Einführung auch in den USA lange sehr teuer, und bis in die späten 1960er Jahre wurde auch in den USA deutlich weniger als die Hälfte der Sendungen in Farbe übertragen.