Die geheimnisvolle Welt der Klöster PDF

Die substantivische Form des Wortes Mystik entsteht erst im 17. Theologen auf den inneren, verborgenen oder geistigen Sinn der Die geheimnisvolle Welt der Klöster PDF als Offenbarung, die aber zugleich Mysterium bleibt.


Författare: Josef Imbach.

Einsiedler, die oftmals höchst seltsame Formen der Askese pflegten, »Wüstenväter «, um die sich zahlreiche Legenden ranken, Mönche und Nonnen, deren Klöster zu Oasen der Kultur wurden, die Bettelorden des 13. Jahrhunderts, die zuweilen eine wahre Landplage wurden, ein rebellischer Mönch in Deutschland, der dem Papst die Stirn bot: Das Ordensleben ist aus der Geschichte der Kirche nicht wegzudenken und fasziniert bis heute. Josef Imbach erzählt die Geschichte dieser Lebensform lebendig, mit oftmals verblüffenden Beispielen und überraschenden Momenten.

Wörter wie Mystik, Mysterium oder Mitte beginnen mit der Vorsilbe My- oder Mi-, die im Gegensatz steht zur Vorsilbe Ma- in Wörtern wie Materie, Mater oder Manifestation. Meint letzteres die vor Augen liegende sichtbare und handgreifliche Wirklichkeit des Körperlichen, so bezieht sich ersteres auf die verborgene, unsichtbare und mit dem Verstand unfassbare Wirklichkeit des Geistigen oder Göttlichen, das heißt des Einen. Die von Gottes Geist inspirierte biblische Offenbarung wird im katholischen und orthodoxen Christentum nach dem zweifachen Schriftsinn verstanden: Wie der Mensch ein Kompositum aus Leib und Seele ist, so lässt sich die Schrift nach ihrem äußeren und ihrem inneren Sinn lesen. Bedeutung: Die Ausrichtung auf das letzte Ziel der Einheit mit Gott bleibt nicht bloße Zukunft, sondern ist in der vom Geist getragenen Hoffnung immer auch schon als Gegenwart des Erhofften wirksam.

Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt. Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Christen ihre eigene Verfolgungssituation, aber auch ihre Auferstehungshoffnung, weshalb sich die Szene auch als Bildsymbol in den römischen Katakomben findet. Neben der biblischen Offenbarung spielen auch außerbiblische Einflüsse bei der christlichen Mystik eine Rolle, so insbesondere Begriffe und Lehren des Neuplatonismus. Die Unbegreifbarkeit Gottes für den diskursiven Verstand wird in beiden Denkweisen betont und führt zu einer Theologia negativa, die es so in der Bibel nicht gibt. Zentren der Mystik in der lateinischen Kirche waren die Klöster.

Die Theologie des Areopagiten ist ein Jahrtausend lang und noch länger als eine der Urformen kirchlicher Theologie angesehen und ausgewertet worden. Die neuen Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner erschließen den Weg mystischer Gotteserkenntnis über die alte monastische Lebensform hinaus. In den Werken der Dominikaner Meister Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse gelangt die mittelalterliche Mystik in der sogenannten Deutschen Mystik zu ihrem Höhepunkt. Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz vom Karmeliterorden ins Zentrum der Entwicklung.

In der Reformation findet der mystische Weg der Gotteserkenntnis wenig Widerhall. Martin Luther selbst pflegte ein ambivalentes Verhältnis zur mystischen Erfahrung, manche von seiner Linie abweichende Kreise nannte er sogar Schwarmgeister. Während die Mystik im Mittelalter die übernatürliche Realität der mystischen Begegnung mit dem Göttlichen betonte, wurde im 19. Das Jenseits sollte sich im Diesseits realisieren. Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein.